Pouchoskopie - wenn der Pouch gespiegelt wird

 

Letzte Woche hatte ich meine erste Pouchoskopie. Dabei wird der Pouch gespiegelt. Das funktioniert letztendlich genauso wie jede andere Endoskopie. Ein Endoskopiegerät wird in den Pouch eingeführt und der Untersucher kann mit dessen Kamera sehen wie es innen aussieht. Viele Ärzte bevorzugen die Pouchoskopie ohne Sedierung, da der Pouch nur ca. 15cm lang ist und es damit noch schneller geht als eine gewöhnliche Endoskopie.

 

Da ich in der Vergangenheit bereits ein dynamisches MRT hatte, bei dem in meinen Pouch ein Gel eingeführt wurde und das für mich schmerzhaft war, habe ich allerdings auf eine Sedierung mit Propofol bestanden. Das war auch gar kein Problem. Die Pouchoskopie selber habe ich also verschlafen und nichts davon mitbekommen.

 

Da ich neben meinem Pouch aktuell auch ein Ileostoma habe, wurde bei meiner Untersuchung sowohl vom Pouch ausgehend gespiegelt als auch vom Stoma aus in Richtung des Pouchs und in die Richtung des Magens.

 

Meine Pouchoskopie wurde vorbereitend für die Stoma-Rückverlegung durchgeführt. Da mein Pouch bisher noch nie gespiegelt wurde, musste sicher gestellt werden, dass alles in Ordnung ist und es keine Löcher oder Ähnliches gibt.

 

Als ich von der Sedierung aufgewacht bin, gab es für mich leider keine guten Nachrichten. Der untersuchende Arzt hatte Schwierigkeiten das Endoskopie-Gerät einzuführen, da meine Anastomose verengt und deutlich entzündet war. Er sah dort fibrinbelegte Ulzerationen sowie eine Pouchitis. Eine Pouchitis ist wirklich nicht toll, aber kommt tatsächlich sehr häufig bei Pouch-Trägern vor. Eine entzündete und verengte Anastomose ist aber die noch schlechtere Nachricht. Als Anastomose werden Verbindungen bezeichnet, in diesem Fall die Verbindung zwischen meinem Pouch und meinem Restrektum. Die einzig gute Nachricht: der restliche Dünndarm war ohne Entzündungsaktivität.

 

Die Therapie sieht nun wie folgt aus: anti-entzündliche Schäume (aktuell Budenofalk) lokal auftragen und sofern dies erfolgreich ist Dilatation (= Aufdehnung) der verengten Anastomose.

 

Ich bin gerade sehr niedergeschlagen von diesem Ergebnis. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut dieses Jahr das Leben mit Pouch beginnen zu können und nun steht das auf der Kippe. Mir geht es dabei nicht nur darum ein annähernd normales Körpergefühl und Aussehen durch den Pouch zu bekommen sondern vor allem darum wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Es gibt zwar keine Gewissheit, dass sich durch den Pouch mein Gesundheitszustand enorm verbessert, aber die berechtigte Hoffnung.

 

Der Pouch soll mir die Möglichkeit geben Nahrung länger in meinem Verdauungstrakt zu behalten und es mir somit ermöglichen mehr Nährstoffe und Flüssigkeiten aufzunehmen. Wenn dies gelingt, könnten die Infusionen, die mich mit Flüssigkeit und teilweise auch Nahrung versorgen, ausgeschlichen und vielleicht sogar komplett abgesetzt werden. Das wiederrum würde mir die Möglichkeit eröffnen mich freier zu bewegen und es wäre der erste Schritt zurück zur Arbeitsfähigkeit. Die vielen Probleme, die ich mit meinem Stoma habe, würden selbstverständlich auch wegfallen. Konkret bedeutet das:

  • mehr Zeit, da keine aufwendigen Versorgungswechsel mehr stattfinden müssen
  • besserer Schlaf, da sich die Versorgung nachts nicht mehr ablösen kann (weil es sie einfach nicht mehr geben würde)
  • weniger Entzündung, da kein Stuhl mehr permanent in Berührung mit meiner Bauchhaut kommen würde und somit weniger Schmerzen.

 

Wie sieht mein Plan jetzt aus?

  • Lokale anti-entzündliche Behandlung der Entzündung - bereits begonnen
  • Kontroll-Pouchoskopie in einigen Wochen um zu sehen, ob die Entzündung rückläufig ist und dann ggf. Anpassung der Behandlung
  • Informationen einholen: ich werde in den nächsten Wochen und Monaten Ärzte treffen, die mich sonst nicht behandeln und mir eine Zweitmeinung zur aktuellen Behandlung sowie zu meinen Optionen einholen
  • Unterstützung meiner Behandlung mit komplementären Methoden (Visualisierung, TCM, Homöopathie) - teilweise bereits begonnen
  • Erhöhen des Anteils anti-entzündlicher Lebensmittel in meiner Ernährung - am Starten (Blogbeitrag geplant)

 

Ich hoffe, dass das alles dazu führt, dass ich noch eine erfolgreiche Stoma-Rückverlegung bekommen kann. Wenn ihr noch weitere Ideen oder Tipps habt: her damit!! :)

 

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